Acht Kühe für eine Frau -|- Andacht von Jörg Bauer (Daily-Message-Archiv, 09. Aug 2008)

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Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 2147

für den 09. Aug 2008 - Autor:

Acht Kühe für eine Frau

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.''

Johannes 3,16 *©*
 

Die Geschichte einer Brautwerbung im Pazifik

Jonny Lingo, ein wohlhabender Junggeselle verliebte sich in ein unscheinbares Mädchen einer Nachbarinsel. Sarita war nicht nur unscheinbar, sondern mager, knochig und lief mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf durch die Gegend. Saritas Vater hoffte zwar einen Brautpreis für sie zu bekommen, fürchtete aber insgeheim, dass keiner sie haben wolle. Auf seiner Insel war es Sitte, den Brautpreis in Kühen zu bezahlen. Die gescheitesten und schönsten Mädchen brachten bis zu fünf Kühen ein. Sam hoffte, wenigstens eine einzige Kuh für seine Tochter zu bekommen.

Eines Tages hielt Jonny um die Hand seiner Tochter an und wollte mit ihm über den Brautpreis verhandeln. Er war bekannt ein geschickter Kaufmann zu sein, während Sam in dem Ruf stand der schlechteste seiner Insel zu sein. Obwohl Jonny noch sehr jung war, galt er als reichster Mann auf seiner Insel. Sam wollte drei Kühe verlangen, aber auf zweien bestehen, bis er sicher war, dass Jonny mindestens eine bezahlen würde. Der große Tag kam. Jonny Lingo begann die Verhandlung mit einem Angebot, das sowohl Sam als auch die ganze Insel überraschte und zugleich erfreute: „Vater von Sarita, ich biete dir acht Kühe für deine Tochter!“

Die Hochzeit fand statt. Auf beiden Inseln erzählte man sich die Geschichte mit den acht Kühen. Die Bewohner amüsierten sich noch im nachhinein darüber wie der reiche Kaufmann von seinem Schwiegervater über das Ohr gehauen wurde. Eines Tages bekam Jonny Lingo Besuch von einem westlichen Gast. Er hatte Sarita noch nicht gesehen. Und Jonny stellte ihm die Frage: „Sie waren doch auf der Nachbarinsel. Was sagen die Leute über mich?“ Zögernd erzählte der Gast: „Man sagt, sie hätten acht Kühe als Brautpreis bezahlt. Man fragt sich warum.“ In diesem Moment betrat eine wunderschöne junge Frau das Zimmer, um einen Strauß Blumen auf den Tisch zu stellen. Sie lächelte ihrem Mann zu und ging leichten Schrittes wieder hinaus. Der Gast hatte noch nie im Leben eine so schöne Frau gesehen: Die geraden Schultern, das energische Kinn, die funkelnden Augen – all das ließ ein gesundes Selbstbewußtsein erkennen. Mit unverkennbarem Stolz sagte Jonny Lingo: „Das ist Sarita, meine Frau.“ „Aber“ protestierte der Besucher, „sie ist ja wunderschön. Die Leute haben wir erzählt, sie sei eher unansehnlich und sie hätten sich übers Ohr hauen lassen.“ Jonny lächelte. „Meinen sie acht Kühe wären zuviel für sie gewesen?“ „Nein, keinesfalls“, beteuerte der Gast, „aber wie ist es möglich, dass sie sich so verändert hat?“ Jonny wurde ernst. „Haben sie schon einmal darüber nachgedacht, was es für eine Frau bedeuten muß zu wissen, daß ihr Mann sie für den billigsten Preis erworben hat? Wenn die Frauen dann später zusammen sitzen und sich gegenseitig zu übertrumpfen suchen, wieviel ihre Männer für sie bezahlt haben, spricht eine von vier Kühen und eine andere vielleicht sogar von sechs Kühen. Wie muß da eine Frau empfinden, die von ihrem Vater für eine oder zwei Kühe verkauft worden ist? So etwas hätte ich meiner Sarita nicht zugemutet.“

Jonny fuhr fort: „Ich wollte, dass Sarita glücklich ist. Es gibt vieles was eine Frau verändern kann. Solange sie auf ihrer Insel lebte, hat sie sich selbst für nichts wert gehalten. Aber jetzt weiß sie, dass sie mehr wert ist als irgendeine andere Frau auf den Inseln. So konnte sie wunderschön werden.“ Damit schloß Jonny seine Geschichte: „Ich wollte Sarita heiraten und liebte sie wie keine andere. Aber was ich haben wollte, war eine Frau, die acht Kühe wert ist.“ Gott hat mit uns Menschen dieses „acht Kühe“ Prinzip angewendet und den allerhöchsten Preis bezahlt. Wir können deshalb den Blick erheben, weil wir einen eigenen und unschätzbaren Wert haben. Er gab seinen einzigen Sohn als Preis.

(Elisabeth Mittelstädt aus: Lydia)

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