Lebensunfälle -|- Kurzandacht (Daily-Message Archiv, 19. Feb 2003) - von Judith N.

Daily-Message
Die tägliche Kurzandacht

Archiv - Andacht Nr. 149

für den 19 Feb 2003

Lebensunfälle

Heile mich, Herr, so werde ich geheilt!
Rette mich, Herr, so werde ich gerettet!

Jeremia 17,14 *©*
 

Letztens habe ich Volleyball gespielt und jemand sprang zum Ball und blieb an der Stelle liegen, wo sie aufgekommen war.

Es war eine wirklich schreckliche Situation. Sie lag am Boden und hielt ihr Bein. Der Fuß war total verdreht und der erste, der zu ihr hinging, wurde ganz weiß im Gesicht, weil er es so schlimm aussah.
Wir haben dann sofort einen Krankenwagen gerufen und auch der Notarzt kam dazu. Wir standen die ganze Zeit hilflos daneben, haben ihr die Hand gehalten und versucht sie zu beruhigen. Sie sah nicht mehr auf ihren Fuß und nach kurzer Zeit fiel ihr auf, dass sie gar keine Schmerzen hat und sie wollte wieder aufstehen und weiterspielen.

Ich weiß nicht wieso das bei Menschen so ist, aber der Körper hatte wohl so viele eigene Schmerzmittel ausgeschüttet, dass sie sich wirklich besser fühlte. Natürlich wollten wir sie nicht beunruhigen und doch machten wir ihr klar, dass ihr Bein wirklich sehr schlimm aussieht. Doch wirklich etwas tun, konnten wir nicht. Wir legten ihr die Beine hoch, damit der Kreislauf nicht absackt, legten ihr etwas unter den Kopf und begannen warteten, auf das, was der Notarzt tun würde. Alles was wir sonst hätten tun können, hätte die Situation wahrscheinlich nur noch schlimmer gemacht.

Im nachhinein musste ich daran denken, dass es im Leben eigentlich genauso ist. Irgendwie haben wir einen Unfall - etwas läuft ganz anders als wir uns das gedacht haben, wir machen selbst große Fehler oder ein anderer Mensch tut uns etwas an. Und wir tragen Verletzungen davon, manchmal auch wirklich ernsthafte. Oft beobachten wir, wie Menschen zerstört am Boden liegen und nicht mehr weiter wissen, doch wir können nicht wirklich etwas tun.

Wir stehen hilflos daneben, versuchen vielleicht den Menschen von seinen Problemen abzulenken und ihm die Augen für die schönen Dinge im Leben zu öffnen, aber seine verletzte Seele heilen können wir nicht. Wir können nur daneben stehen und einen Arzt rufen.
Wir können Gott rufen, denn er ist der einzige, der wirklich helfen kann. Er ist derjenige, der die Medizin hat und der das, was zerstört ist, reparieren kann. Unsere Aufgabe ist es lediglich die Hand zu halten und den Arzt auf der Straße zu empfangen, ihm den Weg zu weisen und wenn ein Mensch nicht erkennt, dass er Hilfe braucht oder es zwischenzeitlich vergisst, können wir ihm behutsam seine Situation vor Augen führen und ihn dazu bereit machen, sich behandeln zu lassen.

Gott, ich danke dir dafür, dass du unser Arzt bist und dass du uns wirklich helfen kannst. Bitte lass uns erkennen, dass wir deine Hilfe brauchen und lass uns auch anderen Menschen diese Notwendigkeit zeigen.

Judith N.


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