Traurigkeit -|- Andacht von Jörg Bauer (Daily-Message-Archiv, 18. Apr 2006)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 1303

für den 18. Apr 2006 - Autor:

Traurigkeit

''Denn wenn ich euch durch den Brief traurig gemacht habe, reut es mich nicht. Und wenn es mich reute - ich sehe ja, daß jener Brief euch wohl eine Weile betrübt hat - so freue ich mich doch jetzt nicht darüber, daß ihr betrübt worden seid, sondern darüber, daß ihr betrübt worden seid zur Reue. Denn ihr seid betrübt worden nach Gottes Willen, so daß ihr von uns keinen Schaden erlitten habt.''

2. Korinther 7,8-9 *©*
 

Erinnerungen schmerzen manchmal. Sehnsüchte machen uns das Herz schwer und die Traurigkeit berührt unsere Seele am tiefsten Punkt. Kennst du das? Man denkt nie mehr glücklich werden zu können und es erscheint einem alles unerträglich. Man ist allein und fühlt sich elend. Hattest du schon solche Momente in deinem Leben? Möglicherweise ausgelöst durch einen Brief, einen Anruf, einen Verlust, eine Krankheit, eine große Enttäuschung oder durch Angst vor der Zukunft und Einsamkeit? Das Leid hat viele Gesichter und unser Angesicht wird auch dadurch geprägt - der Spiegel der Seele! In einem Lied von Herbert Grönemeyer heißt es: ''Wieviele Tränen passen in einen Kanal?'' Ich fürchte da passen sehr viele Tränen hinein in so einen Tränenkanal. Und nun lesen wir in der Bibel, daß es eine Traurigkeit gibt, die von oben verordnet ist (2. Korinther 7,10)! Ist das möglich? Wozu soll das gut sein? Jesus ist zu uns Menschen immer ehrlich. Er fordert uns nicht auf an Fabeln und Märchen zu glauben oder aller eigenen Erfahrungen zum Trotz der Illusion einer heilen Welt nachzujagen (1. Timotheus 4,7). Im Gegenteil, die Bibel ist das realistischste Buch der Welt und lässt uns nicht im Unklaren darüber, wie es mit uns und der Welt aussieht. Wir haben Angst - das ist wahr (Johannes 16,33)!

Und ich kann mir gut vorstellen, daß gläubige Menschen manchmal sogar mehr Angst haben als ungläubige Menschen. Warum? Da gibt es möglicherweise Angehörige und Freunde die Jesus noch nicht kennen und um die man sich große Sorgen macht. Man hat vielleicht sogar Angst den Ansprüchen eines christlichen Lebens nicht oder nicht mehr zu genügen? Angst, die Wege nicht zu gehen die Gott doch vorbereitet hat, damit wir darauf wandeln (Epheser 2,10). Wenn es so ist, dann ist das eine Traurigkeit die von oben, aus der ewigen Heiligkeit und Ewigkeit des lebendigen Gottes entspringt. Eine Traurigkeit, die uns letztlich nicht schaden wird (Vers 9) sondern uns hilft in unserem Menschsein, unserer Seele und unserem Leben als Kinder Gottes. Und auch wenn wir Fehler machen, falsche Entscheidungen getroffen haben und nun mit den schmerzhaften Konsequenzen leben müssen - auch aus dieser Traurigkeit die wir selbst verursacht haben kann uns Gott heraushelfen. Sein Trost wird stets mit uns gehen. Manchmal müssen wir wohl erst spürbar beladen sein, damit wir wieder erkennen wie es ist frei geworden zu sein von der Sünde und der Vergänglichkeit aller irdischen Dinge. Es kommt vor, daß Gott uns bewusst manchen krummen Weg laufen lässt. Das kann bitter sein wenn wir es dann irgendwann merken. Gott hat es schon vorher gesehen und ist uns immer noch wohlgesonnen. Er vergibt, heilt und schenkt unserem unruhigen Herzen Frieden. Und ganz besonders, wenn du leidest und traurig bist. Wer mit Tränen sät, wird mit Freuden ernten (Psalm 126,5). Nicht nur in der Ewigkeit sondern auch schon heute oder morgen. Glaubst du das? Sei herzlich umarmt von der Liebe Gottes! :-)

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